OBSESSION


Was sind unsere innersten (An)-Triebe? Was verführt uns und wie weit sind wir bereit zu gehen?

Ständig und überall werden wir mit Sinneseindrücken überflutet. Uns wird gezeigt, was richtig und was falsch ist. Was schön und was hässlich ist. Was wir brauchen und was nicht.

Und wir dürfen wählen.

Wir haben den freien Willen und die Kraft zur Entscheidung als die Grundlagen unseres Denkens und Handelns in Richtung des Guten seit der Aufklärung. Aber kann man sich nicht auch für das Gegenteil entscheiden? Oder wird einem die Entscheidung vielleicht sogar abgenommen, ohne daß man es bemerkt?

OBSSESION stellt sich, als Gebilde aus Raum, Klang, Bewegung und Spiel, den Leidenschaften und Versuchungen die uns tagtäglich umgeben - mit allen Sinnen.

Inhaltlicher Anstoßpunkt von OBSESSION sind die Werke des
Donatien-Alphonse-François, Marquis de Sade, hier besonders sein Hautwerk »Die 120 Tage von Sodom«. Zentrales Thema ist die Entgrenzung menschlichen Denkens und Handelns bis hin zur Perversion auf den Grundlagen der Aufklärung. Gern wird der Fokus in der Behandlung der Werke de Sades auf den extremen sexuellen Bereich seiner Darstellungen reduziert. In OSESSION soll der gedankliche Leitfaden aber auf einer sozilogisch-philosophischen Ebene verlaufen. Wie geht man mit grundlegenden Themen des Menschseins um, wenn man Schranken, wie Ethik und Moral hinter sich lässt. Ein zentrales Thema ist Macht; deren Ausübung und Erfahrung.
De Sade war ein Zeitgenosse der Französischen Revolution und der spannungsvollen Entwicklung der Demokratie in Mitteleuropa. Er lebte in einer Zeit die einen Riss zwischen zwei Epochen darstellte. Alte Systeme wurden und waren obsolet, aber neue waren noch nicht erprobt oder gefestigt. Die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situationen waren nicht in der Lage adäquat und im entsprechenden Tempo ihrer einzelnen Entwicklungen aufeinander zu reagieren. So kam es immer wieder zu einem Machtvakuum oder gegenläufig zu Monopolisierung.
Das ist ein Thema dem wir auch heute wieder gegenüberstehen.

Besetzung

Regie/Bühne:

René Rothe

 

Dramaturgie/Video:

Paul Voigt

 

Musik:

Julius Eberhard

 

Künstlerische Beratung:

Anja Neukamm

Akteure:

René Rothe

Paul Voigt


Premiere 27. Oktober 2011

 

Projekttheater Dresden

Louisenstraße 47

01099 Dresden

 

die Produktion wurde gefördert durch das Amt für
Kultur und Denkmalschutz Dresden